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Hüftkopfnekrose beim Kind 

Allgemeine Informationen

Der Morbus Perthes ist eine im Kindesalter auftretende Krankheit des Hüftkopfes. Die Erkrankung entsteht auf Grund einer lokalen Durchblutungsstörung des Hüftkopfes unklarer Ursache, genetische Faktoren spielen hierbei scheinbar eine Rolle. Die Krankheit verläuft in mehreren Stadien. Hierbei kommt es zu Beginn zu einer Hüftkopfnekrose (Absterben des erkrankten Hüftkopfes) und in der Folge zum Wiederaufbau des Hüftkopfes. Die Ausheilung kann zu einem normalen, vergrößerten, flachen oder pilzförmigen Hüftkopf führen. Entscheidend für das Ausheilungsergebnis ist hierbei der Erhalt des vollständigen Einfassens des Hüftkopfes in der Gelenkpfanne (Containment). Betroffen sind häufig Kinder zwischen dem 2. bis 9. Lebensjahr. Jungen sind 4-mal häufiger betroffen als Mädchen.

Diagnostik

Als diagnostische Maßnahme ist neben der Röntgenuntersuchung auch die Kernspinntomographie (MRT)-Diagnostik (zur Frühdiagnose) sowie die Sonographie, besonders im Frühstadium beim jungen Kind, notwendig. Zudem kann eine Blutuntersuchung notwendig sein, um eine entzündliche oder infektiöse Erkrankung auszuschließen.

Symptome

Erste Anzeichen sind meist Schmerzen und/oder Bewegungseinschränkungen im betroffenen Hüftgelenk. Nicht selten werden die Schmerzen auch im Oberschenkel oder auch im Kniegelenk angegeben. Eingeschränkt sind vor allem die Abspreizung und Innendrehung im Hüftgelenk. Oftmals führen die Kinder auf der betroffenen Seite ein Schonhinken durch.

Therapiemöglichkeiten

Unterschiedliche klinische und radiologische Befunde erfordern einen flexiblen Einsatz von Therapiemaßnahmen. Bei günstigen Verläufen ist eine Schonung des betroffenen Hüftgelenkes ausreichend. Mittels Physiotherapie wird die Beweglichkeit und Kraft des Hüftgelenkes, insbesondere das Abspreizen und Innendrehen trainiert. Bei einem ungünstigen Verlauf, bei dem das Einfassen des Hüftkopfes in der Hüftpfanne eingeschränkt oder nicht mehr erhalten ist (Containmentverlust) können auch operative Therapiemaßnahmen zur Wiederherstellung des Einfassens nötig sein, um die Deformierungen des Hüftkopfes möglichst gering zu halten. Es gibt hierbei verschiedene Operationsverfahren. Es kann z.B. eine Umstellung des Oberschenkelknochens mit Abkippung und/oder Drehung des Hüftkopfes erfolgen, wobei der Hüftkopf so gedreht wird, dass die Passform des Gelenkes wiederhergestellt wird. Zum anderen kann bei einer reduzierten Überdachung des Hüftkopfes operativ die Hüftpfanne neu positioniert werden, um eine stärkere Einfassung des Hüftkopfes in die Gelenkpfanne wiederherzustellen. Nach der operativen Therapie ist in der Regel eine Entlastung der Hüfte für 6 Wochen notwendig. Im Anschluss ist eine intensive Physiotherapie zur Verbesserung der Bewegung und Kraft der Hüfte wichtig. 

Dr. med. Markus Stücker

Leitender Arzt des Department für Kinder- und Neuroorthopädie

Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie, Kinderorthopädie, Chirotherapie, Spezielle Schmerztherapie, Orthopädische Rheumatologie und Spezielle orthopädische Chirurgie

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